Ihr Zylinder ist zwar als dauerhaftes Zuhause gedacht, aber wenn sie von unten gestört wird, etwa durch einen grabenden Seeigel, kann sich die Zylinderrose aus ihrem Zylinder rauskatapultieren und an einen anderen Ort bewegen.
Dort scheidet sie einfach einen neuen Zylinder aus.

Woher der Name der Zylinderrose kommt, ist nicht schwer zu erraten: nämlich von der zylinderförmigen Röhre, aus der ihre Tentakel sprießen.
Dieser Zylinder kann bis zu 40 cm hoch werden und ist tief im Sediment vergraben.
Sie besitzt zwei Reihen an langen Tentakeln, die in allen möglichen Farben erscheinen können, von weiß und gelb über grün, braun, violett bis schwarz.
Die äußeren Tentakel sind mit Nesselzellen bewährt und dienen zum Fangen der Beute, also kleinen Fische und Plankton.
Die inneren Tentakel sind kürzer und transportieren das Essen zum Mund in der Mitte.
Die Außenseite des Zylinders wird oft von Röhrenwürmern und anderen Tieren bewohnt.
Bäumchenschnecken
Zylinderrosen besitzen nesselnde Tentakel.

1. Äußere Tentakel
2. Innere Tentakel
3. Zylinderförmige Röhre
Allzu gerne bauen sich die Zylinderrosen ihr eigenes Fundament am Eingang von Meereshöhlen.
Bei Gefahr ziehen sie sich blitzschnell in ihre Zylinderröhre zurück.
Diese Röhre besteht übrigens aus verhärtetem Schleim, ausgestoßenen Nesselkapseln und Sandkörnern.
Ihr Leben beginnen sie als Männchen und werden im Laufe ihrer 50 Jahre langen Lebenszeit zum Weibchen.
Ein Grund für ihr langes Überleben ist ihre Fähigkeit, auch verschmutzte Gewässer, also jene mit hohem Nährstoffgehalt, ohne Probleme ihre Heimat nennen zu können.
Text: Carolina Leiter
Pic: Felician Hosp, Sabine Probst
Illustration: Dive Dict