Überall entlang jener Küsten, die reich an Karbonatgesteinen sind – vor allem die kroatische Adriaküste ist für ihre Höhlenlandschaften bekannt.

Meist sind Unterwasserhöhlen über kleine Gänge und Öffnungen mit dem umgebenden Meerwasser verbunden, wodurch über diesen Weg Larven, Nährstoffe und Sediment ausgetauscht werden.
Da in eine Meereshöhle wenig bis gar kein Sonnenlicht dringt, gibt es hier nur sehr wenige Algen. Die Tiere, die in diesen großen Hohlräumen leben, ernähren sich von den Partikeln, die von “draußen” in die Höhle gebracht werden.
Man könnte Meereshöhlen also wohl als Schmarotzer bezeichnen: Sie verbrauchen viel mehr Energie, als sie in das Ökosystem Meer einbringen.
In große Hohlräume gelangt nur sehr wenig Licht und es herrschen nur geringe Wasserströme, was sie zu einem besonderen Lebensraum macht. Hier zu tauchen bedarf übrigens einer eigenen Ausbildung.
Freie Gesteinsflächen in den Höhlen werden von festgewachsenen Tieren besiedelt, die sich von außen angespülten Plankton ernähren. Korallen und Anemonen, die sich einen Platz am Höhleneingang ergattert haben, haben die Chance auf größere Planktonteilchen sowie Garnelen und Jungfische, die vorbeikommen.
Weiter hinten, in der ruhigen Innenhöhle, reihen sich Moostierchen und Schwämme aneinander und erzeugen ihren eigenen Wasserstrom - so können sie Plankton einstrudeln und müssen nicht leer ausgehen. An versteckten, dunklen Stellen sind manchmal auch eigentümliche Spezies wie Seescheiden zu entdecken, die ihr Dasein in der Dunkelheit verbringen.
Viele frei schwimmende Meeresbewohner nutzen Unterwasserhöhlen als Versteck vor Fressfeinden oder als Rückzugsort, um sich auszuruhen oder zu schlafen. Schleimfische und Kraken sind die Regenten der Unterwasserhöhlen. Vor allem die Kraken nutzen die vielen Verstecke für das Ausbrüten ihrer Eier, allerdings nicht ganz ohne Gefahren: Meeraale und Muränen
, die größten Feinde der Kraken, legen sich nur allzu gerne in den Höhlen auf die Lauer.
Für die enthusiastischen Taucher unter euch: wagt doch bei eurem nächsten Höhlentauchgang auch mal einen Blick nach oben - die Innenwände sind gesäumt von Garnelen, Langusten und Krebsen, die außerhalb weitaus schwieriger zu entdecken sind.
Ich bin ein von Fels begrenzter Hohlraum. Manchmal ist Gestein alles, was ich bin, manchmal findet man in meinem Inneren Sand - oder Schlamm - oder Kiesboden.
Text: Carolina Leiter