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Urlaubskulisse so weit das Auge reicht: hier befinden wir uns am herrlichen Sandstrand, der flach ins Meer abfällt. Milliarden von feinen Sandkörnern bedecken den Meeresboden, auf dem die Wellen streifenartige Muster erzeugen, auch Rippenmarken genannt. Falls ihr euch fragt, was das Interessante an Sand ist, dann müsst ihr euch die Körnchen etwas genauer ansehen.

Wo bin ich zu finden?

Urlaubskulisse so weit das Auge reicht: hier befinden wir uns am herrlichen Sandstrand, der flach ins Meer abfällt. 

 

Milliarden von feinen Sandkörnern bedecken den Meeresboden, auf dem die Wellen streifenartige Muster erzeugen, auch Rippenmarken genannt. 


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Warum bin ich wichtig?

Falls ihr euch fragt, was das Interessante an Sand ist, dann müsst ihr euch die Körnchen etwas genauer ansehen. In den Unebenheiten der Sandkorn-Struktur tummeln sich tausend verschiedene Arten von Bakterien, welche Sand zu einem ganz wichtigen Teil des Ökosystems und dem globalen Stoffkreislauf machen.

 

Diese Bakterien verarbeiten unter anderem Kohlenstoff und Stickstoff aus dem Meerwasser und aus einströmenden Flüssen. Daher wirkt Sand wie ein riesiger, reinigender Filter - vieles von dem, was das Meerwasser in den Boden spült, kommt nicht wieder heraus.


Wem gebe ich Heimat?

Sandböden sind instabile Lebensräume: da die Sandkörner durch die Strömung ständig in Bewegung sind, können sich hier keine festwachsenden Tiere ansiedeln. Eine der Überlebensstrategien, die hier zum Beispiel von Röhrenwürmern angewandt wird, ist es, selbst für Stabilität zu sorgen: sie leben in selbstgebauten Wohnröhren, die fest im Sand verankert sind. Zum Fangen und Mampfen von vorbei schwimmenden Partikeln strecken sie ihre Filtrierapparate über den Boden. 

 

Eine weitere Überlebensstrategie ist der Weg nach unten: Manche Lebewesen vergraben sich einfach komplett im Sediment, um vor Fressfeinden geschützt zu sein. Viele Muscheln und Schnecken wenden diese Taktik an - durch ihre verlängerten Atemröhren haben sie ständigen Zugang zur Sandoberfläche, um atmen zu können.

 

Auch die Irregulären Seeigel sind perfekt an den Lebensraum Sandboden angepasst: mit ihrem abgewandelten Körperbau und ihren Haar-artigen Stacheln können sie sich blitzschnell im Sand fortbewegen. Dabei funktionieren sie wie kleine Kläranlagen: Der gesamte Sand, den sie durchqueren, wird gefressen, die Mikroorganismen und Algen daraus verdaut, bevor der Rest auf der Rückseite wieder als “sauberer” Sand ausgeschieden wird. Ein ähnliches Verhalten weisen Seegurken auf, die in großer Zahl auf dem sandigen Meeresboden herumliegen und dabei kiloweise Sand verschlucken. 

 

Auch wenn einige kleine Lebewesen unter der sandigen Decke gut versteckt sind, heißt das nicht, dass sie hier auch sicher sind. Einige Fischarten durchwühlen den Sand, um nach versteckten, wirbellosen Tieren zu suchen und diese zu verspeisen. Andere Fischarten wiederum sind perfekt getarnt und können fast nicht vom Sandboden unterschieden werden.

 

Daher gilt auch im flachen Wasser bei Spaziergängen, oder aber auch beim Tauchen oder Schnorcheln besondere Vorsicht: Zitterrochen graben sich unter Tags mit Vorliebe im Sand ein und das giftige Petermännchen559 hat auf Sandböden sein Jagdrevier. 


Woraus bestehe ich?

Ich bin das Produkt aus abertausenden Sandkörnern, die einen Durchmesser zwischen 0,1 und 2 mm haben. Besagte Sandkörner entstehen entweder durch das Absterben und Zerfallen von Kalkalgen, oder wenn Gestein verwittert und von Bohrschwämmen und Bohrmuscheln sowie raspelnden Tieren zerkleinert wird. Auch Flüsse können Geröll über weite Strecken zu Sand zerkleinern und bis zum Meer transportieren. 


Text: Carolina Leiter


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