Der Schwarze Seeigel hat es gerne richtig heiß.
Denn es wurde beobachtet, dass sich die Larven in warmen Gewässern deutlich schneller entwickeln – in heißen Sommern explodiert die Population regelrecht.
Dazu kommt, dass sie durch die Überfischung kaum noch natürliche Feinde haben.
Der Klimawandel spielt dieser Art also ziemlich in die Karten.
Für das Ökosystem Meer ist das Blatt allerdings zweischneidig: Einerseits finden mehr Fische, Krebse und Würmer zwischen den Stacheln der schwarzen Seeigeln Schutz, andererseits könnten die Algenbestände zurückgehen, die sie abgrasen.

Der Name ist Programm: Dieser Seeigel ist pechschwarz und hat 3 cm lange, äußerst spitze Stacheln.
Wenn man ihm jedoch genauer zwischen die Stachelwald sieht, findet man ein rosarotes Gehäuse mit dunkelbraunen Streifen.
Das Mundfeld, das am Boden aufliegt, ist grünlich.
Dieser Seeigel besitzt im Gegensatz zu seinen nahen Verwandten keine Saugfüßchen auf den Ambulakralfüßchen.
Er kann sich deshalb nicht mit Gegenständen tarnen (indem er sie auf seine Stacheln setzt) und ist in seinen Bewegungen eingeschränkt.
Zwar sind die Stacheln der schwarzen Seeigeln nicht giftig, aber sie brechen in der Wunde sehr leicht ab und provozieren so schmerzhafte Entzündungen.

1. Skelett
2. Mundfeld
3. Spitze Stacheln
Der Schwarze Seeigel und sein ähnlich aussehender Kumpel, der Steinseeigel, sind deshalb so häufig in der Brandungszone anzutreffen, weil sie dort Algenrasen, wie etwa Braunalgen, abweiden.
Wenn ihm beim Abweiden ein dort ansässiges kleines Tierchen zwischen den Kauapparat kommt, sagt der Schwarze Seeigel nicht nein.
Seine absolute Lieblingsspeise sind jedoch die krustenbildenden Kalkalgen.

Text: Carolina Leiter, Pia Balaka
Pic: Felician Hosp
Illustration: Dive Dict