
Das Wrack ist ausschließlich vom Boot aus erreichbar. Es liegt zwar nahe der Küste, das Terrain ist dort aber unzugänglich.
Mai - September (meistbesucht im August)
Tech-Ausrüstung, Sporttauchausrüstung, Tauchlampe
Aufgrund der Tiefe ist ein Tieftauch-Brevet notwendig
Vincenzo Granata, der Eigentümer der Società Adriatica persönlich, kaufte die Lina im Jahre 1907. Von diesem Moment an dampfte sie, mit Öl und Wein beladen, fortwährend von der italienischen Provinz Puglia nach Nordeuropa. Auf dem Rückweg transportierte sie Kohle.
In einer nebligen Winternacht im Januar 1914 verlor die Besatzung die Orientierung und die Lina lief auf ein Riff im Kanal zwischen Cres und Istriens Küste (Vela Vrata) auf.
Innerhalb weniger Minuten versank sie zur Gänze, zuerst im Nebel und dann in den Wellen.
Diesen Tauchgang sollte man innerhalb der Bucht beginnen. Vom Boot aus an einer Abstiegsleine entlang bis zum Sandgrund, dann heißt es kurz innehalten.
Der Bug türmt sich senkrecht vor einem auf, und man erkennt, dass die gute Dame Lina fast so schlank war wie ein transatlantisches Segelschiff. Von dieser Position bietet die Lina einen wirklich eindrucksvollen Anblick.
Am Bug kann man heute noch sehr deutlich die Anker erkennen, die, wenn man sie sich ein wenig genauer ansieht, auch auf die Ähnlichkeit mit den Segelschiffen hinweisen: sie sind nämlich mit einem Klüver am Oberdeck befestigt.
Ganz gleich, wie ihr dann weiter taucht, ihr müsst euch bewusst sein, dass die Lina sehr abfallend liegt! Am Heck seid ihr nämlich schon in 50 m und an der Schiffsschraube in 55 m Tiefe.
Wenn ihr über die Lina schwebt, dann offenbart sich unter euch das gesamte Innere des Schiffs, die Stahlverstrebungen lassen die Innenräume noch erahnen.
Wo früher die Crew ihren Nachmittagskaffee genoss, hausen heute Meeraale und Gabeldorsche
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Die äußeren Strukturen des Wracks sind dicht mit Schwämmen und Korallen bewachsen und werden stets von Mönchsfischen und großen Schulen von allen möglichen, silber-schimmernden Spezies umzingelt.
Übrigens, wer sich den Schornstein genauer ansieht, kann mit Hilfe einer Lampe sogar noch das eingravierte “G” sehen, das für den Namen der Eigentümerfamilie, Familie Granata, stand. Auch das Ruderradgestell ist noch eindeutig zu erkennen.
Wem das Penetrieren des Schiffes ein zu großer Adrenalinkick ist, der hat auch rund um das Wrack mehr als genug zu genießen. Vor allem um die zwei Masten, die bis in 20 m aufragen, tummeln sich die meisten Fischexemplare.
Text: Carolina Leiter
Illustration: Sabine Probst
Pic: Felician Hosp