Klein aber oho: Die Zähne der Napfschnecke sind das festeste bekannte biologische Material auf Erden!
Ganze 100 Reihen an Zähnen, die mit Eisen verstärkt sind. Sie benutzen sie, um Algen von Steinen abzuraspeln.

Napfschnecken sehen nicht aus wie gewöhnliche Gehäuseschnecken, denn sie haben eine flache, bis gupfförmige Schale ohne Umwindungen. So sehen sie eher aus wie eigenartige Muscheln.
Diese Schale kann sehr wulstige Rippen und Zuwachsstreifen haben, die von beige zu braun hervorragend an den Steinuntergrund angepasst sind.
Unter diesem Schutzschild versteckt sich ihr kleiner, weicher Körper, der meist orange bis grau gefärbt ist.
Krabben, Hummer, Seesterne, Robben, Otter
Die Napfschnecken sind weder gefährlich noch giftig.
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1. Gupfförmige Schale ohne Windungen
2. Zuwachsstreifen
Napfschnecken sind Helden der Brandungszone, und die Nähe der Häfen scheuen sie auch nicht.
Man würde fast meinen, sie leben am Stein festgewachsen, aber dem ist nicht so, das sind nur ihre Unterkünfte für den Tag, damit sie bei Ebbe nicht austrocknen.
Und diese bauen sie sich sogar selbst: Sie scheiden Säure aus, mit der sie sich eine für ihren Körper passende Einbuchtung in den Stein ätzen.
Danach fräsen sie sich noch die Kanten mit ihrer Schale zurecht, indem sie diese hin und her drehen. Sie scheinen mit dem Stein eins zu werden.
In der Nacht lösen sie sich mit ihrem Saugfuß von ihrem Platz und kriechen herum, um Algen abzuweiden.
Falls andere Seepocken und Miesmuscheln in dieser Zeit ihr ihren Schlafplatz streitig machen wollen, rammt die Napfschnecke sie mit ihrer Schale.


Text: Carolina Leiter
Pic: Felician Hosp, Sabine Probst
Illustration: Dive Dict