Mombasa-Feuerfisch (Pterois mombasae)
Zebra-Feuerfisch (Dendrochirus zebra)
Sein Erscheinungsbild hat ihn zu einer kleinen Berühmtheit gemacht, aber haben seine gefächerten Flossen eigentlich auch einen Nutzen oder sind sie wirklich nur zur Zierde?
So wie alles, was die Natur sich ausdenkt, erschafft sie nichts ohne Sinn und Zweck. Seine gefächerten Brustflossen verwendet der Rotfeuerfisch um seine Beute in die Nähe seines Mundes zu „fächern“ um sie dann leichter verspeisen zu können.
Nachdem er sich oft in Korallenriffen herumtreibt, sind die recht schmalen praktisch um auch kleinere Beute, die sich zwischen korallenarmen verstecken herauszufischen.

Diese schönen Einzelgänger sind rot bis dunkelbraun gefärbt mit schmalen weißen vertikalen streifen.
Die Flossenstrahlen (die federartig aussehen) der Rücken- und Brustflossen sind extrem verlängert, bei ausgewachsenen Exemplaren (28 cm) trägt die Analflossen 7 Strahlen.
Ihre Färbung passt sich außerdem ihrem Lebensraum an, wenn sie sich zum Beispiel nahe einer Flussmündung aufhalten, können sie fast schwarz gefärbt sein.
Keine. Da er kaum natürliche Feinde hat, konnte sich der Indische Rotfeuerfisch erfolgreich als hochgradig invasive Art im Mittelmeer und in der Karibik ausbreiten.
In ihren Rückenflossen, die sie nach vorne richten können und damit Taucher angreifen, tragen sie ein Gift, das für uns Menschen potenziell sehr gefährlich werden kann. Ihre Stiche sind extrem schmerzhaft.

1. Giftige Rückenflosse
2. Variable Musterung und Farbe
3. Charakteristische, federartige Flossenstrahlen
Einzelgänger, Vielfraß, Prolet.
Der Indische Rotfeuerfisch versteckt sich tagsüber in Höhlen, Überhängen oder Wracks und zieht bei Sonnenuntergang los um in seinem Revier nach Fischen, Krabben und Garnelen zu jagen.
Oft werden sie dabei vom Licht der Taucher angezogen, weil diese wiederum ihre Beute verjagen.
Was die Fortpflanzung angeht, kann man hier typisches Alpha-Männchen Verhalten beobachten.
Ein Männchen sucht sich 2-7 Weichen aus, nähert sich ein zweites Männchen, dann wird gekämpft, manchmal sogar bis auf den Tod.
Jedes Weibchen legt dann 2000 – 15000 Eier, die in eine Schleimhülle eingebettet sind und vom Männchen befruchtet werden.
Danach trennen sich die Wege von Mann und Frau wieder. Bakterien (Mikrobiota) zersetzten dann die Schleimhülle und ca. 36 Stunden später schlüpfen die freischwimmenden Larven, die sich von Zooplankton ernähren und zum ausgewachsenen Tier heranwachsen.
Indische Rotfeuerfische reproduzieren sich monatlich über das ganze Jahr hinweg.
In Lagunen und Außenriffen ist er meist einzeln oder in kleinen Gruppen anzutreffen. Tagsüber ist er meistens inaktiv und hält sich im Schutz von Höhlen und Überhängen auf. Nachts jagt er Garnelen und Krabben. Gelegentlich ist er gemeinsam mit P. antennata unterwegs.
Diese faszinierenden, bodenbewohnenden Raubfische sind wahre Meister der Tarnung. Mit ihren ausgeprägten Hautlappen, Fransen und variabler Färbung fügen sie sich perfekt in ihre Umgebung ein – meist in Korallenriffen. Diese natürliche Tarnung hilft ihnen nicht nur, Fressfeinden zu entgehen, sondern macht sie auch zu geschickten Lauerjägern. Ihre Beute, darunter Fische, Krebstiere und Kopffüßer, fangen sie mit einem blitzschnellen Angriff in weniger als 15 Millisekunden.
Viele dieser Arten, also Rotfeuerfische und Steinfische, besitzen giftige Stacheln an Rücken-, Anal- und Bauchflossen sowie kleine Dornen am Kopf. Ihr Gift kann extreme Schmerzen, Erbrechen, Schwellungen, Atembeschwerden und Fieber verursachen. Die beste Erste-Hilfe-Maßnahme ist das Eintauchen der betroffenen Stelle in heißes Wasser (ca. 45 °C für etwa 40 Minuten) oder das Erwärmen mit einem Föhn. Dies hilft, die Eiweißbestandteile des Giftes zu zerstören und die Schmerzen zu lindern, die in der Regel nach ein paar Tagen abklingen.
Trotz ihres gefährlichen Rufs spielen diese lautlosen Jäger eine wichtige Rolle im Ökosystem des Meeres – man sollte sie nur lieber aus sicherer Entfernung bewundern!
Im Mittelmeer und in der Karibik stellt genau dieser Fisch jedoch eine massive Bedrohung für die Biodiversität dar. Dort gehört er nämlich gar nicht hin: Er drang invasiv in diese Gebiete ein und verbreitet sich dort fast ungehemmt.



Text: Carolina Leiter
Illustration: Dive Dict
Pic: Felician Hosp