
Der Tauchplatz ist nur über ein Boot zugänglich.
Mai-Oktober
Sporttauchausrüstung, Tauchlampe, Signalboje
Im Januar 1968 ergriffen Sturm und Wellen Befehle über die Peltastis und trieben sie, ohne dass sie sich wehren konnte, auf die schroffen Felsen der Krka Küste zu. Ein paar Stöße gegen die Klippen war alles, was es brauchte, und das Schiff versank in den wütenden Tiefen.
In den darauffolgenden Tagen wurden 11 Leichen geborgen, der Kapitän Theodorus Belesis galt als verschollen.
Junge, abenteuerlustige Taucher hörten die Geschichte der Peltastis und machten sich im Frühjahr auf die Suche nach den Überresten. Der Schock, der sie dort unten erwartete, konnte wohl keiner von ihnen erwarten und wird ihnen für immer in den Knochen sitzen. Senkrecht an die Reling der Kommandobrücke gelehnt, stand die Leiche des Kapitäns, so als würde er das Schiff noch immer anführen. In manchen Geschichten trug er noch einen langen Mantel um das Schultern und umklammerte mit beiden Händen das Steuerrad.
Auch heute noch sieht die Peltastis so aus, als könnte sie jeden Moment wieder losdampfen; so gut wie alle Schiffsteile sind unbeschädigt. Masten, Aufbauten, Kräne, Schornstein, Ventilatoren und Schiffsschrauben sind alle noch an ihrem Platz.
Die Peltastis zählt regelrecht zu den Celebrities unter den Wracks. Aufgrund der geringen Tiefe und der Geisterhaften Geschichte wird sie viel betaucht. Ein kleiner Vorteil davon ist aber, dass die Meeresbewohner, die sich das Wrack zu eigen gemacht haben, an die Taucher gewohnt sind. Die Mönchsfisch-Schulen ziehen ihre Kreise und bleiben von all den Menschen recht unbeeindruckt.
Wem das äußere Abenteuer am Wrack zwischen den ganzen Fischen und über bunte Schwämme hinweg nicht genug ist, der kann sich durch weite Türrahmen hindurch ins Innere wagen. Je nachdem, was man sich zutraut, können so gut wie alle Räume und Nischen erkundet werden. Aber die Peltastis trägt den Beinamen “Geisterschiff” nicht umsonst, ein unerfahrener Taucher fand aus einer der dunkleren Passagen des Schiffes den Weg nach draußen nicht mehr und verunglückte.
Im Velebit-Kanal beträgt die Sicht aufgrund der Strömungen selten mehr als zehn Meter, aber wegen der geringen Tiefe dringt das Sonnenlicht manchmal bis zum Wrack. Trotzdem heißt es bei diesem Tauchgang Gänsehaut pur unter dem Neopren.
Text: Carolina Leiter
Illustration: Sabine Probst
Pic: Felician Hosp