
Der Tauchplatz ist mit dem Boot erreichbar.
Mai-Oktober
Sporttauchausrüstung, Tech-Ausrüstung, Tauchlampe, Signalboje
Das italienische “Aufklärer” Schiff Cesare Rossarol wurde am 16.November 1918 zum späten, unnötigen Opfer des Ersten Weltkrieges.
Vor dem Hafen Pula lagen 1450 Minen, durch die sich die italienische Kriegsmarine manövrieren musste. Für Cesare Rossarol endete dieser Versuch fatal: Der Kapitän Lodovico de Filippi und 97 Crewmitglieder ließen mit dem Untergang des Schiffes ihr Leben. Ihr Unglück zählt zu den größten Tragödien der Geschichte der italienischen Kriegsmarine.
Der Abstieg zum Bug der Cesare Rossarol ist ein ganz eigenes Gefühl. Im dunklen Blau kommt einem ein dunkler Schatten wie ein Geist bedrohlich entgegen, dann erkennt man die Umrisse des Wracks bis man am Ende der Leine direkt auf die signifikante Kanone trifft. Kleiner Tipp von uns: Hier herrscht so gut wie immer sehr starke Oberflächenströmung, also nutzt die Abstiegsleine als Anhaltspunkt.
Jeder taucht zuerst um die Kanone herum, weil man sich dort ein bisschen wie auf einer Zeitreise fühlt. Sie ist noch völlig intakt und sieht aus, als würde sie gleich anfangen, Munition (102 mm) zu spuken. Wirklich beeindruckend, wie sie die Zeit überdauert hat.
Durch die Explosion wurde das Wrack in drei Teile gebrochen, der Bug, das Heck mit den Schiffsschrauben, aber das Leben spielt sich eigentlich am Hauptdeck ab und an den Bruchstellen. Scorpaena porcus und Maja Squinado verstecken sich in den dunklen Ecken, Mönchsfische
tummeln sich in Schulen und Leopardengrundeln
verkriechen sich im Schlammbereich rund um das Wrack. Hier hat man außerdem wirklich gute Chancen, die majestätischen Dentex Dentex
zu sichten. Außerdem sind die Strukturen von Schwämmen und Korallen bewachsen, die im Lichtkegel einer Lampe farbenfroh zu strahlen beginnen.
Während der Bug aufrecht auf dem Schlamm thront, liegt das Heck kopfüber ein paar hundert Meter weiter weg.
An der Stelle wo das Schiff versank, steht heute an Land ein Denkmal mit den Namen der bei dem Unglück verendeten Crewmitgliedern.
Text: Carolina Leiter
Illustration: Sabine Probst
Pic: Felician Hosp