Die wenigsten wollen der Variablen Seegurke zu nahe kommen, denn ihre vielseitigen Verteidigungsmechanismen machen sie fast unbesiegbar. Da ist es kein Wunder, dass sie die am häufigsten verbreitete Art im Mittelmeer ist.
Die ausgewachsenen Tiere bekommt man eigentlich in Küstennähe und auf Sand- oder Kieselsediment immer zu sehen, sie tummeln sich dort regelrecht massenhaft.

Die Variable Seegurke, oder auch Forkale Seewalze genannt, kann tatsächlich sehr variabel aussehen: mal hellbraun, mal dunkelbraun bis fast schwarz. Jede hat jedoch die charakteristischen Scheiben an den Tentakelenden, die wie Sternchen aussehen.
Die Papillen am Rücken, die schwarze, braune oder weiße Spitzen haben können, dienen übrigens als Geruchsorgane.
Ihre Unterseite ist meist heller gefärbt und mit gelben Punkten verziert. Außerdem liegen dort drei Reihen an weißen Saugfüßchen.
Ihr Mund, der an einem ihrer zwei Körperenden liegt, ist von 20 gelben Tentakeln umgeben.
Krebstiere, Haie, Nadelfisch (Carapus acus), Kopepode (Asterocheres boecki)
Wenn die Variable Seegurke sich gestresst fühlt, dann stößt sie giftige Saponine in das Wasser aus, also lässt man diese Art besser in Ruhe weiter vor sich hin "gurken".

1. Mundtentakel
2. Papillen
Wie Spider Man stößt auch die Variable Seegurke zur Verteidigung Klebfäden aus.
Oder gleich ihren ganzen Darmtrakt, der bildet sich in ein paar Wochen sowieso wieder neu nach.
Wenn ihr also das nächste Mal weiße Fäden unter Wasser treiben seht und dann auch noch eine Seegurke in der Nähe findet, dann mal lieber weg von dort.
Außerdem agiert dieses Gürkchen als regelrechter Staubsauger:
Sie vakuumiert tatsächlich mit Unterdruck den Boden, verdaut die wenigen brauchbaren Bestandteile und scheidet den Rest als kleine Würstchen wieder aus.
Unter Tags hat sie ihre Mundtentakel meistens eingezogen, dann ist es echt schwierig zu erkennen, an welchem Ende sich ihr Mund befindet.

Text: Carolina Leiter, Felician Hosp, Pia Balaka
Pic: Dive Dict
Illustration: Dive Dict