So wie es unter den Schnecken üblich ist, hat auch die Leopardenschnecke einen echten Sau-Magen.
Sie ernährt sich nämlich vom giftigen Feigenschwamm (Petrosia ficiformis) und vom Orangenen Polsterschwamm (Haliclona fulva).
Im Verdauungstrakt wird das Gift von zytotoxischen (zelltötend) Metaboliten verarbeitet und die Schnecke kann es als chemischen Abwehrmechanismus einsetzten.
Die Leopardenschnecke ist die einzige Schneckenart, die genau diese Schwämme verdauen kann.

Wegen ihrer Musterung bekam sie auch die Spitznamen Dalmatiner- oder Kuhschnecke.
Auf ihrem weißen Mantel prangen braune, zufällig angeordnete Flecken.
Je nachdem, wo man sich befindet, haben die Tiere eine unterschiedliche Menge an Flecken.
Beobachtungen zufolge, haben die Exemplare im Westen des Mittelmeeres weniger Flecken, als im Osten.
Jedes Individuum hat seine individuelle, einzigartige Fleckenanordnung, die sich im Laufe ihres Lebens auch nicht ändert.
Fische, Krebstiere
Diese Schnecken haben Spikel in ihrem Mantel, mit dem sie sich vor Feinden verteidigen. Diese sind zwar nicht giftig, können aber pieksen.
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1. Tastorgan, einziehbar
2. Charakteristische Flecken
3. Organ zum Filtern von Plankton, einziehbar
Die besten Chancen einer Leopardenschnecke zu begegnen hat man bei Nachttauchgängen.
Dann kann man sie beim Vernaschen ihrer Lieblingsspeise beobachten, nämlich dem Feigenschwamm.
Übrigens, man sieht einen Schwamm an, ob eine Leopardenschnecke an ihm geknabbert hat oder nicht. Sie nagen nämlich nur die oberste Schicht ab, darunter kommt dann die gelbliche bis weiße zweite Schicht zum Vorschein.
Wenn man solche Spuren findet, dann ist auch der Übeltäter Leopardenschnecke nicht weit.
Zwischen Juni und September trifft man sie am häufigsten an, denn dann heißt es Paarungszeit.
Alle dieser Schnecken sind Zwitter und sie machen sich aus, wer das Männchen und wer das Weibchen ist. Jenes Exemplar, welches das andere zuerst mit seinem Penis penetriert, ist das Männchen.
Leider endet das Leben der meisten Leopardenschnecken ein paar Wochen nach der Fortpflanzung.
Die Eier sind spiralförmig und weißlich-gelb und auch sie findet man meist nicht weit von den Feigenschwämmen.

Text: Carolina Leiter, Felician Hosp, Pia Balaka
Pic: Felician Hosp, Sabine Probst
Illustration: Dive Dict