Die Spiegelei-Qualle sieht nicht nur aus wie ein Häppchen, sie produziert tatsächlich Zucker.
Also nicht sie selbst, sondern eigentlich die Zooxanthellen (Algen), mit denen sie in Symbiose lebt.
Ihre kleinen Freunde sind sogar so wichtig für sie, dass sie sich nicht von der Larve in die Meduse umwandelt, solange ihre Freunde nicht anwesend sind.
Damit die Zooxanthellen Zucker produzieren können und die Meduse ihn als Energiequelle lagern kann, betreiben sie Photosynthese.
Deshalb hält sie sich sehr nahe der Wasseroberfläche auf.

Spektakulär sieht sie aus, die Spiegelei-Qualle: Wie eine Mischung aus Tänzerin, Hut und, tatsächlich, Spiegelei.
Sie hat eine zentrale, glatte Kuppel, die von einem dachrinnenartigen Ring umarmt wird.
An ihrer Unterseite besitzt sie acht zentrale Arme, die sich in viele kleinere Arme aufspalten und in violetten Scheiben enden.
Meeresschildkröten, Fische, Seevögel
Die Spiegelei-Qualle gilt als harmlos und kann nur bei sehr sensiblen Personen durch das Nesseln Allergien auslösen.

1. Dachrinnenartiger Ring
2. Unzählige Ärmchen mit lila Enden
Im Laufe ihres Lebens werden diese empfindlichen Schönheiten bei stürmischen Gezeiten oder von Motorbooten verletzt.
Aber erstaunlicherweise sind sie in der Lage, ihre Verletzungen selbst zu heilen, auch wenn sie manchmal danach etwas deformiert aussehen.
Sie ernährt sich hauptsächlich von Bakterien, die sie mit den Armen fangen, aber auch von Phyto- und Zooplankton.
Im Sommer kommt es zu einer regelrechten Populationsblüte. Die Weibchen werden durch die Mundarmanhängsel der Männchen befruchtet und setzen nach einiger Zeit eine riesige Menge an freischwimmenden Larven frei.

Text: Carolina Leiter
Pic: Felician Hosp, Sabine Probst
Illustration: Dive Dict