Die meisten von euch kennen sie wahrscheinlich aus dem Sommerurlaub am Meer, leider an den Strand gespült, die transparente, wabbelige Qualle mit den komischen, ohrenförmigen, farbigen Strukturen in der Mitte des Schirms.
Aber die wenigsten wissen, was diese Strukturen eigentlich sind: nämlich die Geschlechtsorgane.
Bei den Männchen sind sie weiß bis orange, bei den Weibchen violett.

Die Ohrenquallle kann man wunderbar von anderen Quallen unterscheiden. Ihr Schirm ist eindeutig flacher, kann einen Durchmesser bis 40 cm erreichen und ist fast völlig transparent. Daran hängen 16 primäre und mehrere sekundäre Randlappen.
Meeresschildkröten, Fische, Seevögel
Die Ohrenqualle ist weder gefährlich noch giftig und nesselt nicht.

1. Geschlechtsorgane
2. Mundarme
Von April bis Oktober kann man die Ohrenquallen vor allem in Küstenregionen beobachten, auch in Lagunen und Häfen. Teilweise tummeln sie sich dort sogar in großen Schwärmen herum.
Sie sind zwar fast unsichtbare Kerlchen, haben dafür aber einen enormen Einfluss auf das Ökosystem. Sie mampfen nämlich alles, was kleiner als 1 cm ist, also Zooplankton. Die Ohrenquallen haben einen so großen Nährstoffbedarf, dass in quallenreichen Jahren der Bestand der Zooplanktonorganismen auf ⅕ des normalen Bestandes zurückgehen kann.
Ohrenquallen sind mitunter die Lieblingsspeise von Meeresschildkröten. Leider erwischen sie aber immer häufiger Plastikteile anstelle von einer Ohrenqualle und, im schlimmsten Fall, sterben sie daran.



Text: Carolina Leiter, Pia Balaka
Pic: Felician Hosp, Sabine Probst
Illustration: Dive Dict