Die Lungenqualle zieht selten alleine umher. Unter ihrem Schirm verstecken sich gerne Jungfische der Gattung Trachurus, Boops oder Seriola. Allerdings weiß man nicht genau, ob sie friedlich in Symbiose leben, oder in Parasitismus. Es wurde nämlich einerseits beobachtet, wie die Fische der Qualle beim sich putzen helfen, aber auch, wie sie die Gonaden (also die Geschlechtsorgane) der Qualle verspeisen. Vielleicht leben sie aber auch einfach nur in Probiose, also eine Art profitiert ohne der anderen zu schaden.

Diese glibbrige Kollegin trägt ihren Namen wahrscheinlich dank der Form ihrer Tentakel, die sehen nämlich ein bisschen aus wie die Bronchien einer menschlichen Lunge. Mit ihrer kontraktierende Quallen. Bewegungen sieht sie dann auch noch so aus, als würde sie atmen.
Ihr Schirm ist hochgewölbt und tentakellos, ihre Mundarme sind länger als bei den meisten anderen Quallenarten.
Ihre Grundfarbe ist weiß und je nach Exemplar variierend ist der Rand des Schirms und die Enden der Tentakel kräftig oder leicht dunkelblau gefärbt.
Übrigens, sie ist die größte, die Königin, aller Qualle im Mittelmeer.
Meeresschildkröten, Fische, Seevögel
Gilt als harmlos und kann nur bei sehr sensiblen Personen durch das Nesseln Allergien auslösen.

1. Namensgebende Mundarme
2. Tentakelloser Schirm
So schön die Tentakel der Lungenqualle auch aussehen mögen, zum Beutefangen sind sie leider nicht geeignet. Vielmehr saugt sie mit ihren 8 Mundarmen Plankton auf.
Wenn die Weibchen befruchtet wurden, dann lassen sie Planula Larven frei, die zum Meeresgrund sinken (Larvenstadium) und dort die Metamorphose zum geschlechtslosen Polypen durchlaufen (Polypenstadium). Im Frühjahr werden daraus winzige, sternförmige Ephyra-Larven, die bereits Muskelstränge besitzen und sich mit den typischen Qaullenbewegungen frei schwimmend fortbewegen können (Medusenstadium).
Innerhalb von ein paar Wochen wachsen sie dann zur fertigen Qualle heran. Diesen Zyklus nennt man Generationenwechsel.
Es kann vorkommen, dass Lungenquallen in riesigen Schwärmen durch die Meere ziehen, in Triest, Nordadria, zum Beispiel, wurde ein vierzigtausen Exemplare Schwarm auf einen Quadratkilometer Fläche verteilt gesichtet.
Text: Carolina Leiter, Pia Balaka
Pic: Felician Hosp, Sabine Probst
Illustration: Dive Dict