Die Wollkrabbe gilt als Relikt des Ozeans Tethys (ca. 250 Millionen Jahre alt).
Genau so bewegt sie sich auch – mit ihrer kompakten, schweren Gestalt stapft sie träge vor sich hin, als könnte sie alle Zeiten überdauern.
Mit ihren wulstigen Scheren schneidet sie Stücke von Schwämmen oder Seescheidenkolonien ab und drapiert sie mit ihrem 4. oder 5. Schreitbeinpaar auf ihren Rücken.
Dort wachsen die Schwämme zwar fröhlich weiter, so ganz klar ist der Forschung aber nicht, warum sich die Wollkrabbe auf diese Weise zu tarnen versucht.
Denn ihr Hauptfeind, der Gemeine Krake, lässt sich davon nicht täuschen.
Aber wenigstens in ihrem Lieblingszuhause, der Meereshöhle, scheint diese Taktik gut zu funktionieren, weil sich ihre Feinde dort nicht visuell, sondern tastend oder schmeckend fortbewegen.
Wenn sie denen einen Schwamm entgegenstreckt, werden sie sich enttäuscht abwenden.
Übrigens, was ihren Schwamm angeht, versteht die Wollkrabbe keinen Spaß: wenn sie ihn verlieren sollte, ist sie sehr bedacht darauf, den selben Schwamm wieder zu finden.

Die Wollkrabbe hat einen recht plumpen, breiten Körperbau, der maximal 9 cm breit wird.
Ihre gesamte Oberfläche ist mit einem kurzen, festen, samtigen Pelz überzogen, außer die Spitzen der Scherenfinger, die sind nämlich glatt und rosafarben.
Sie ist dunkel- bis rotbraun gefärbt, aber man erkennt sie eher an den Schwämmen oder Seescheiden auf ihrem Rücken.
Gemeiner Krake, Seesterne, Fische
Wollkrabben sind weder gefährlich noch giftig, sie können lediglich ein wenig zwicken, wenn man ihnen zu nahe kommt.
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1. Glatte, rosa Scherenspitze
2. Breiter Körperbau
3. Tastfühler
Wollkrabben kommen im Mittelmeer im Vergleich zu anderen Arten sehr häufig vor, oft findet man sie in dunklen Höhlen.
Aber wer seine Chancen so richtig erhöhen möchte, sollte auf einen Nachttauchgang gehen.
Wenn man dann einen farbenfrohen wandelten Schwamm findet, kann sich ziemlich sicher sein, dass eine Wollkrabbe darunter ist.
Was die Fortpflanzung angeht, zählt das richtige Timing. Die Weibchen sind nämlich nur dann dafür bereit, wenn sie sich frisch gehäutet haben.


Text: Carolina Leiter
Pic: Felician Hosp, Sabine Probst
Illustration: Dive Dict