Vor allem in den Gewässern vor dem Yemen fühlt sich dieser Kollege auch in Riffen zu Hause, wo es fast keine Korallen, dafür umso mehr Algen gibt.

Man erkennt ihn an den langen, weißen, freistehenden Brustflossenstrahlen und den weißen Längslinien am Schwanzstil.
Haie
Der Strahlenfeuerfisch zeigt kein aggressives Verhalten, ist jedoch giftig!

1. Giftige Hörnchen
2 und 3. Giftige Flossenstrahlen
In Lagunen und Außenriffen ist er meist einzeln oder in kleinen Gruppen anzutreffen. Tagsüber ist er meistens inaktiv und hält sich im Schutz von Höhlen und Überhängen auf. Nachts jagt er Garnelen und Krabben. Gelegentlich ist er gemeinsam mit P. antennata unterwegs.
Diese faszinierenden, bodenbewohnenden Raubfische sind wahre Meister der Tarnung. Mit ihren ausgeprägten Hautlappen, Fransen und variabler Färbung fügen sie sich perfekt in ihre Umgebung ein – meist in Korallenriffen. Diese natürliche Tarnung hilft ihnen nicht nur, Fressfeinden zu entgehen, sondern macht sie auch zu geschickten Lauerjägern. Ihre Beute, darunter Fische, Krebstiere und Kopffüßer, fangen sie mit einem blitzschnellen Angriff in weniger als 15 Millisekunden.
Obwohl sie sich tagsüber meist versteckt halten, werden die meisten Arten in der Nacht aktiv und gehen auf die Jagd. Fühlen sie sich bedroht, richten sie ihre giftigen Rückenstacheln als Warnung auf, bevor sie sich mit einem kurzen Sprung in Sicherheit bringen. Einige Arten haben zudem auffällig gefärbte Unterseiten ihrer Brustflossen, die potenzielle Angreifer erschrecken und ihnen wertvolle Sekunden zur Flucht verschaffen.
Über ihre Fortpflanzung ist wenig bekannt, doch ihre winzigen, nur 1 mm großen Eier sind in einer gallertartigen Masse eingebettet, die mit den Meeresströmungen treibt und so für eine weite Verbreitung sorgt.
Viele dieser Arten, also Rotfeuerfische und Steinfische, besitzen giftige Stacheln an Rücken-, Anal- und Bauchflossen sowie kleine Dornen am Kopf. Ihr Gift kann extreme Schmerzen, Erbrechen, Schwellungen, Atembeschwerden und Fieber verursachen. Die beste Erste-Hilfe-Maßnahme ist das Eintauchen der betroffenen Stelle in heißes Wasser (ca. 45 °C für etwa 40 Minuten) oder das Erwärmen mit einem Föhn. Dies hilft, die Eiweißbestandteile des Giftes zu zerstören und die Schmerzen zu lindern, die in der Regel nach ein paar Tagen abklingen.
Trotz ihres gefährlichen Rufs spielen diese lautlosen Jäger eine wichtige Rolle im Ökosystem des Meeres – man sollte sie nur lieber aus sicherer Entfernung bewundern!


Text: Carolina Leiter
Pic: Felician Hosp
Illustration: Dive Dict