Typisch für Drückerfische kann auch der Rotzahn-Drückerfisch seinen ersten Rückenstachel „verriegeln“, um sich in Spalten festzusetzen oder Feinde abzuwehren.
Anders als seine aggressiveren Verwandten ist Odonus niger jedoch geselliger und friedlicher. In vielen Riffregionen bildet er große, frei schwebende Schwärme über der Riffkante – ein faszinierender Anblick für Taucher. Dort filtert er Plankton aus der Strömung, indem er mit geöffnetem Maul durchs Wasser gleitet.
Auffällig ist auch sein Verhalten beim Ruhen: Nachts legt er sich seitlich in geschützte Felsspalten und verkeilt sich mit dem Rückenstachel, sicher vor Räubern.
Bei Gefahr kann er zudem ein leises Grunzen oder Knacken erzeugen, ein akustisches Warnsignal, das viele Drückerfische beherrschen.
Der Rotzahn-Drückerfisch ist einer der elegantesten Vertreter seiner Familie. Sein Name verrät das auffälligste Merkmal: ein Maul voller kleiner, leuchtend blauer „Zähne“, die ihm den typischen Spitznamen eingebracht haben. Der Körper ist seitlich stark abgeflacht und schimmert je nach Lichteinfall in tiefem Blau, Violett oder Türkis, wobei die langen, halbtransparenten Rücken- und Afterflossen wie Fahnen im Wasser wehen.
Im Vergleich zu den massigen Titan- oder Picasso-Drückerfischen wirkt Odonus niger beinahe anmutig – ein ständiger, ruhiger Gleiter im offenen Wasser, der selten bodennah zu sehen ist. Seine Augen sitzen hoch am Kopf und bewegen sich unabhängig voneinander – ein Vorteil beim gleichzeitigen Beobachten von Fressfeinden und Nahrung.
Große Raubfische, Haie und Zackenbarsche; Jungtiere werden oft von Muränen oder Riffbarschen gefressen
Weder gefährlich noch giftig
Wer Odonus niger beim Tauchen begegnet, sollte einfach einen Moment innehalten: In der Strömung sieht man oft Dutzende dieser Fische, die synchron im Wasser schweben, ihre langen Flossen elegant bewegend, fast wie eine schwebende, blaue Wolke.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Drückerfischen bleibt der Rotzahn-Drückerfisch neugierig, aber friedlich. Er kommt manchmal sogar näher, um den Taucher zu betrachten.
Unterwasserfotografen lieben ihn wegen seiner intensiven Farben und fotogenen Silhouette, besonders im Gegenlicht. Sein ruhiges Wesen und sein Leben im Freiwasser machen ihn zu einem der sympathischsten und eindrucksvollsten Drückerfische des Indopazifiks.
