
Der Tauchplatz ist mit dem Boot erreichbar.
April-Oktober
Sporttauchausrüstung, Tauchlampe unabdingbar
Geschichte-Nerds aufgepasst! 8 archäologische Tauchplätze, die antike, römische Ruinen beherbergen – der Parco sommerso di Baia bietet ein einzigartiges, geschichtsträchtiges Taucherlebnis.
Die Tauchrouten reichen von 3 m bis maximal 13 m Tiefe und sind somit sowohl für Schnorchler als auch für Taucher geeignet.
Claudios Nymphaeum
Tiefe: 5 m
Diese Tauchroute führt uns zu einer Galerie aus Statuen, welche die Herrscherfiguren der julisch-claudischen Dynastie darstellen.
Vor allem der vierte römische Kaiser, Claudius, ist mehrmals vertreten.
Die Galerie hinter sich lassend führt der Tauchgang zur Via Herculanea, die zum einstigen Portus Julius und den römischen Bädern führte.
Vorgelagerte Villa
Tiefe: 5 m
Hier befinden wir uns im Eingagnskanal des antiken Baias. In diesem Teil des Gebietes gilt es, die Ruinen einer antiken Villa mit Prothyrum-Eingang zu erkunden.
Am meisten Zeit sollte man allerdings für die eindrucksvollen Reste des Marmors, der Fresken und Mosaike einräumen, die alle äußerst gut erhalten geblieben sind.
Römische Bäder von Lacus
Tiefe: 4 m
Es handelt sich hier um einen antiken Spa-Komplex mit Überresten mehrerer polychromer Mosaike und Marmorböden. Teilweise überlappen sich die Mosaike und zeigen die verschiedenen Ebenen der Fußböden.
Neben den Umrissen der verschiedenen Räume und der Thermen sind auch drei Apsiden zu sehen.
Pisoni’s Villa
Tiefe: 5 m
Dieser Tauchplatz bietet die Ruinen einer Villa der adeligen Familie Pisoni. Man erkennt deutlich die Säulen, die einst das Dach des Gebäudes trugen, sowie die private Therme und Strukturen, die auf eine frühere Fischfarm hinweisen.
Für die Geschichte-Liebhaber: Nach einem verfehlten Attentat auf Kaiser Nero, zog dieser sich unbemerkt in die Villa zurück.
Ortus Julius
Tiefe: 3m
Der Tauchgang führt uns zu den Ruinen eines Hafengebäudes, das einst als Arsenal der Miseno-Flotte diente und war mit einem schiffbaren Kanal mit den Seen von Lucrino und Lago d’Averno verbunden. Auch die restlichen Ruinen der Hafenstruktur sind noch zu erkennen, darunter auch einige Mosaike.
Pisoni’s Villa Pila
Tiefe: 10 m
Die Route führt uns zu 25 antiken Säulen, die vermutlich im 1.Jhdt. v.Ch. erbaut worden sind und an denen sich inzwischen alle möglichen marinen Lebensformen angesiedelt haben.
Sie waren Teil der Parallelepiped-Strukturen, die dazu dienten, Pozzolana (vulkanisches Gestein) in das Meer zu leiten, wie es einst überall entlang der Phlegraean Küste üblich war.
Außerdem boten sie gleichzeitig der Villa Pisoni Schutz vor Hochwasser.
Baia, in den Phlegräischen Feldern in der Provinz Neapel, wurde in der Zeit des Römischen Reiches ein blühender Kur- und Urlaubsort. In diesem Gebiet führte das Phänomen des Bradyseismos, das auf die vulkanische Aktivität des Gebiets zurückzuführen ist, dazu, dass ein Teil der bedeutenden Ruinen unterging.
Kaiserliche Bäder, wertvolle Mosaike, kunstvolle Statuen und Marmorböden liegen heute unter Wasser und Sand.


Text: Carolina Leiter
Pic: Felician Hosp