Indem er seinen Schwanzfächer unter seinen Körper schlägt, kann sich der Kleine Bärenkrebs bei Gefahr blitzschnell rückwärts in Sicherheit bringen.

Beim Kleinen Bärenkrebs weiß man nicht so recht, wo hinten und vorne ist.
Er hat eine massige und abgeflachte Statur (daher der Bär im Namen) mit plattenförmigen, kurzen und breiten 2. Antennen mit verzahnten Lamellen am Ende.
An der Form dieser Antennen kann man den Kleinen Bärenkrebs übrigens leicht vom Großen unterscheiden: beim Kleinen sind sie vorn eckig und beim Großen eindeutig rund.
Abgesehen davon hebt sich der Kleinen Bärenkrebs auch mit seiner Färbung deutlich von seinen Art-und Gattungsgenossen ab.
Er ist wunderschön rostrot mit 3 leuchtend roten Querbinden, manchmal auch mit ein paar violetten oder blauen Stellen, während seine Verwandten eher unspektakulär gefärbt sind.
Auch die weit voneinander entfernten Knopfaugen leuchten einem hellrot entgegen.
Seine Beinchen können gestreift sein und die Weibchen erkennt man an ihrer unvollständig ausgebildeten Schere am 5. Schreitbeinpaar.
Ihr Hinterleibssegment ist abgerundet ohne Dornen und es sieht so aus, als hätte er es ständig eingezogen, ein bisschen wie ein ängstlicher Hund.
Knochenfische, Grauer Drückerfisch (Balistes capriscus)
Bärenkrebse sind weder gefährlich noch giftig.
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1. Breites 2. Antennenpaar
2. Gestreifte Beinchen
3. Ständig nach unten eingezogenes Segment
4. Abgerundetes Hinterleibssegment
So niedlich wie sie aussehen, ist es wirklich schade, dass die Kleinen Bärenkrebse schüchterne Wesen sind und sich tagsüber in Felsspalten, unter überhängenden Felsformationen oder kleinen Höhlen versteckt. Wer aber viel Geduld und ein genaues Auge hat, kann sie durchaus in 5-50 m entdecken.
In der Nacht kommen sie aus ihren Verstecken, um mithilfe ihrer 2. Antennen im Sediment nach Würmern, Schnecken und Muscheln zu graben. Um Muscheln vernaschen zu können, klemmen sie ihre vordersten Laufbeinchen wie einen Keil zwischen die Schalen der Beute.
In der Fortpflanzungszeit tragen die Weibchen die roten Eier an ihren Hinterbeinen und kümmern sich solange darum, bis die freischwimmenden Larven schlüpfen, die sogenannten Phyllosoma-Larven.
In dieser Phase legen sie enorme Strecken zurück, da sie wie Plankton weit verdriftet werden.
Außerdem ist es ziemlich beeindruckend, dass die Larven in dieser Phase bis zu 15 verschiedene Stadien durchlaufen und dabei völlig anders aussehen als die ausgewachsenen Tiere, nämlich fast durchsichtig und noch viel platter und kleiner.
Stetig müssen sie mit ihren Beinchen rudern, um nicht abzusinken (fast so wie ein Tauchanfänger mit seinen Armen).
In den letzten Stadien der Phyllosoma-Larven-Phase haken sie sich besonders gerne an Quallen fest, vor allem an Leucht- oder Ohrenquallen. Sie klammern sich sogar so fest, dass man sie eigentlich nur gewaltsam zum Loslassen zwingen kann.
In der nächsten Phase wandeln sie sich zu Puerulus Larve um, beginnen ihr Bodenleben und werden zum “fertigen” Jungtier.
Bei diesen ganzen Phasen, die sie durchlaufen müssen, ist es nicht verwunderlich, dass sie je nach Bedingungen bis zu 20 Jahre alt werden können.



Text: Carolina Leiter, Felician Hosp, Pia Balaka
Pic: Felician Hosp, Sabine Probst
Illustration: Dive Dict